Home Blog Ernsthaft spielen – Ein Erfahrungsbericht von unserem ersten Lego-Workshop

Ernsthaft spielen – Ein Erfahrungsbericht von unserem ersten Lego-Workshop

Ende August fand unser erster Workshop ‚X-periment – Lösungen generieren durch ernsthaftes Spielen!‘ statt. Was es damit auf sich hatte und wie viel Spaß das macht, haben wir unsere Kollegin und Workshop-Teilnehmerin Katrin Sauer gefragt.

Hallo Katrin! Du hast also letzte Woche einen halben tag lang Lego gespielt, und das während der Arbeitszeit! Wie rechtfertigst du das denn?

Ja, und Obst und Süßigkeiten gab’s auch noch – das nenne ich optimale Work-Life-Balance (lacht). Spaß beiseite, wir haben das natürlich nicht aus Jux und Tollerei gemacht. Es heißt nicht umsonst Lego SERIOUS Play, also ernsthaftes Spielen.

Spiel und Ernst – ist das nicht ein totaler Widerspruch?

In diesem Fall nicht. Es geht bei Lego Serious Play hauptsächlich darum, die kreativen Kräfte des Spielens so zu nutzen, dass sie auf ein Ziel einzahlen.

Das klingt jetzt sehr theoretisch…  

Ja, stimmt. Was ich meine ist: Es gibt ein Problem, für das man eine Lösung sucht. Und statt in Analysephasen einzutreten und tiefgründige Fachdiskussionen zu führen, nutzt man das Spielen mit den Legosteinen. Mit den Legosteinen kann man ganz andere Sachen machen als mit Papier und Bleistift. Dazu kommt dieses haptische Element, dass man Sachen anfassen, bauen, umbauen, immer wieder verändern kann und dabei auf ganz andere Ideen kommt. „Mit den Fingern denken“ – das war z.B. ein Spruch, den Heico uns mitgegeben hat.

Klingt spannend und einleuchtend. Und wie läuft sowas dann ab?

Damit wirklich etwas Sinnvolles dabei rauskommt, braucht man vor allem eine Fragestellung. Das können ganz verschiedene Dinge sein – Ein Modell für bessere Zusammenarbeit im Team, Elemente für ein neues Produkt, eine strategische Vision… .

Und dann baut man einfach drauf los? Das stell ich mir sehr abstrakt vor! 

Nicht ganz.  Bevor wir in unserer Gruppe in die Fragestellung eingestiegen sind, hat Heico mit uns erst einmal ein paar „Fingerübungen“ gemacht – innerhalb kurzer Zeit sollten wir Enten oder Türme bauen. Das war super zum Aufwärmen, weil wir dadurch sofort voll in die Materie – damit meine ich die Legos – eingetaucht sind.

Danach ging es dann erst um die Lösung der Fragen. Dafür hat jeder einzelne erst mal seine eigene Idee für sich gebaut. Wir haben dann jeder unser Werk vorgestellt und erklärt, und die übrigen aus der Gruppe konnten dazu Fragen stellen. Das war teilweise sehr interessant , weil man im eigenen Modell bestimmte Sachen einfach gemacht hat, ohne groß darüber nachzudenken. Wenn dann aber jemand fragt: „Warum steht diese Mauer ausgerechnet hier?“ oder „Warum steht das Männchen denn mit dem Rücken zum Rest?“, da kommen dann auch Punkte auf, die man in einem Gespräch nie und nimmer aktiv eingebracht hätte. Gerade diese unterbewussten Elemente können unheimlich aufschlussreich sein.

Man macht also mit Lego sichtbar, was man für stillschweigende Vorstellungen hat von der Situation? 

Ganz genau, das ist ein wichtiger Teil des Prinzips.

Und dann?

Nachdem jeder sein Modell erklärt hat, haben wir versucht, ein gemeinsames Modell für unsere Lösung zu entwickeln. Wir haben die verschiedenen Elemente betrachtet, die jeder hatte und dann die wichtigsten kombiniert. Da geht es dann darum, dass man sich einigt, schaut was zusammen passt oder eben stillschweigende Widersprüche irgendwie zusammenbringt.

Jetzt hab ich Lust gekriegt, auch ernsthaft zu spielen! Braucht man da spezielles Lego oder kann ich einfach meinem Neffen die Legokiste klauen?

Kommt darauf an, wie sehr Dein Neffe sich wehrt!  (Lacht.) Nein, man braucht keine speziellen Legos. Wichtig ist nur, dass man ausreichend viele und möglichst auch unterschiedliche Steine und Elemente hat. Viele und vielseitige Figuren helfen enorm.

Und, ein bisschen Anleitung und Moderation ist schon auch wichtig. Heico hat uns da im Workshop gut begleitet, mit der nötigen Theorie versorgt und uns hilfreiche Hinweise gegeben.

Für wen und was für Situationen würdest du die Lego-Technik jetzt empfehlen?

Lego Serious Play ist eine typische Workshop-Kreativtechnik. Immer, wenn man Leute mal von den üblichen, eingetretenen Pfaden runter bekommen möchte, kann man das nutzen.

Ich kann mir vorstellen, dass man die Technik auch gut nutzen kann, um mal Beziehungen, Spannungen und Stimmungen in einem Team zu erarbeiten, weil eben auch das unterbewusste Element eine Rolle spielt. Das allerdings dann mit großer Vorsicht – das kann natürlich auch ganz schön knallen.

Ok, dann üben wir vielleicht erst mal mit den unkritischeren Themen… Gibt es denn schon weitere Leanovate-Workshops mit Lego? 

Bestimmt! Feste Termine haben wir noch nicht, aber nach dem guten Feedback wird es sicher eine Wiederholung geben. Wer Interesse hat, soll sich einfach bei uns melden!

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