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Scrum Gathering Berlin 2014 – Mein persönliches Highlight

Get Agile by forgetting and re-learning how to draw and see

Workshop beim Scrum Gathering Berlin 2014 diese Woche durchgeführt von Dov Tsal Sela (Frankreich)  und mein persönliches Highlight beim Scrum Gathering

Meine Vorkenntnisse in Sachen Malen beschränken sich auf Skizzen, die meist eine Ansammlung von Strichen sind, die wiederum versuchen, die richtigen Proportionen des Objekts zu beschreiben. Ich würde also nicht behaupten ich „könnte malen“.

Bemerkenswert war an diesem Workshop das Lernen (…how to draw and see) unter Scrum-Iterationen, um etwas über Scrum zu lernen.
In jeder Iteration wurde gemalt und meistens auch das gleiche Objekt, eine Fotografie eines springenden Pferdes, das vom Beamer an die Leinwand geworfen wurde. In fast jeder Iteration wurden die Rahmenbedingungen oder auch Regeln verändert, um einen neuen Aspekt zu lernen.

1. Iteration: Male das Pferd mit einem Stift auf das Blatt iteration1

Regeln: -keine-

Meine Retro: Sieht aus wie ein Tier, ungewohnt beim Abmalen sind, die Maße und Proportionen zu treffen und „Wie fange ich an?“.

 

2. Iteration: Betrachte die Umrisse des Pferdes, unterteile sie in gerade Striche und male diese in Gedanken.

Regeln: nicht malen

keine Retro

 

iteration3u43. Iteration: Male Iteration 2 in real

Regeln:

– blicke dabei nicht auf das, was du malst, sondern auf die Vorlage (Beamer-Bild)

– benutze dabei die linke Hand (für Rechtshänder)

Meine Retro: hmm?! Ein nicht geschlossenes Bild, das den Umrissen Nordamerikas eher ähnelt als einem Pferd. Offensichtlich ist die vorgestellte Länge und Richtung der geraden Striche nicht synchron zum wirklich Gemalten.

 

4. Iteration: Wie 3 ohne Änderung

Meine Retro: Besser, aber immer noch weit weg von einem Pferd. Der Unterschied zwischen dem, was ich betrachte, und dem, was ich male, wird geringer.

 

5. Iteration: Male das Pferd mit 2 Stiften gleichzeitigiteration5

Regeln:

– 1 Stift in jeder Hand

– das Blatt darf betrachtet werde

– beide Stifte sind immer in Bewegung

Meine Retro: Koordinationsaufwand und Beeinflussung von rechts auf links benötigt ein sehr hohes Abgleichen von Vorlage, rechtem Stift und linkem Stift – das Gesamtergebnis (ein Pferd zu malen) rückt während der gesamten Übung zunehmend in den Hintergrund. Zum Glück ist das Resultat NICHT erneut Nordamerika. 😉

 


iteration66. Iteration
: Male die Person gegenüber am Tisch

Regeln: wie 5.

Meine Retro: Das parallele Malen eines symmetrischen Kopfes erzeugt weniger Stress und ist handhabbar, die Koordination konzentriert sich auf Vorlage und linke Hand. Die rechte Hand läuft spiegelverkehrt mit. Die Detailtiefe und Struktur eines Gesichts ist mit den Umrissen eines Pferdes in der Komplexität beim Malen nicht vergleichbar. Ein Gesicht ist erkennbar, ich behaupte aber, dass es als Phantombild nicht taugen würde.

 

7. Iteration: Zeichne mit Deinem Nachbar ein Pferditeration7

Regeln:

– nur gerade Striche

– abwechselnd immer einen Strich

– Kommunikation erlaubt/erwünscht

Gemeinsame Retro mit dem Malpartner: Trotz gleicher Technik wird der Kommunikationsaufwand extrem hoch und der Raum hat eine Geräuschkulisse wie eine vollgestopfte Bar in Kreuzberg. Es machen sich in den Personen je nach Fertigkeit während des Malens zwei Hauptgedanken breit. Erstens: Wie bekomme ich das, was mein Kollege gemacht hat, wieder hin, damit das ein Pferd wird. Zweitens: Oh Gott, der Strich sollte anders werden. Das Ergebnis ist erstaunlich, für 2 getrennte Gehirne.

 

iteration88. Iteration: zeichne mit allem an Deinem Tisch (6) genauso viele Pferde (6)

Regeln:

– alle fangen gleichzeitig an

– bei einem Tonsignal wird das Papier eins nach rechts gegeben

Gruppenretro:

– die Unsicherheit darüber, wie viel Zeit man zur Verfügung hat, führt zu Stress

– die entstandenen Pferde sind alles Pferde, sehen aber je nach Proportion von Kopf und Beinen auch am Torso unterschiedlich aus

– alle zusammen sind über jede Zeichnung sehr stolz und es entwickeln sich während der Iteration „Lieblingsparts“ im Pferdumrisszeichnen heraus.

 

9. Iteration: Zeichne das Pferditeration9

keine Regeln

Meine Retro: Statt zu betrachten, was ich male, male ich jetzt, was ich betrachte. Im Vergleich zur 1. Iteration hat sich also die Zeit, in der ich auf die Vorlage geschaut habe, und die Zeit, in der ich mein Malen beobachtet habe, deutlich verändert: Von anfangs 30/70 auf  70/30. Richtung und Länge von Strichen fühlen sich gewohnt und sicher an… das Resultat: Ich bin ein Pferdemaler?

Im anschliessenden großen Kreis wurden die Resultate des Workshops an den Nachbarn abgegeben. Dieser durfte sich dann aus den Kunstwerken sein Lieblingsbild aussuchen, mit einer kleinen Begründung. Zum Abschluss noch die Gedanken, was man aus dem Workshop für agiles Arbeiten lernen kann.

Mein Gedanke war, dass es eine einfache Methode sein kann, um Managern beizubringen :

  • Was bestimmte Aktionen / Vorgaben / Restriktionen für ein Team bedeuten.
  • Was eine Änderung der Regeln für Auswirkungen für das Produkt hat bzw. haben kann.
  • Was eine Änderung der Teamgrösse für Auswirkungen hat.
  • Wie es sich anfühlt eine neue Technik zu erlernen.
  • Und zu Guter letzt, was passiert, wenn man plötzlich mit der gleichen Technik ein anderes Produkt bauen muss.

Ich werde das bei passender Gelegenheit auf jeden Fall gerne einmal mit Managern ausprobieren.

Vielen Dank an Dov Tsal Sela für diesen Workshop!

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