10. März 2020

Remote Arbeiten - Basics

Daniel Clerc

Virenbedingt ist Homeoffice und remote Arbeiten in aller Munde. Häufig liest man Tipps für dieses oder jenes Tool, Empfehlungen für die Tagesgestaltung oder Abhandlungen über Sinn und Unsinn der Telearbeit. Hier möchte ich meine Erfahrungen mit remote Arbeit schildern und den Blick auf die häufig übersehenen Basics lenken.

Warum ich?

Das erste Mal habe ich nach der Geburt meiner Tochter 2009 regelmäßig remote gearbeitet. Seitdem in wechselnden Anteilen immer wieder. Dies habe ich als Programmierer, Team Lead, IT-Berater und Agile Coach getan. Dies habe ich in Firmen, die remote gut unterstützen, und Firmen, die remote überhaupt nicht unterstützen, getan. In den Jahren hat sich doch einiges an Erfahrungen angesammelt.

Was kann man remote machen?

Meiner Überzeugung nach ist nahezu jede Arbeit remote machbar. Wie produktiv man jedoch dabei ist, hängt von der Unterstützung der Firma für remote work und der eigenen Disziplin ab. Zu dem Thema “eigene Disziplin im Homeoffice” wurde in der letzten Zeit viel geschrieben. Die Suchmaschine deiner Wahl wird dir eine Auswahl an mehr oder weniger sinnvollen Artikeln geben. Wie gut deine Firma oder dein Auftraggeber remote work unterstützt, entscheidet natürlich massiv darüber, welche Tätigkeiten du von zu Hause aus machen kannst. Bist du von einem ortsfesten Telefon an deinem Arbeitsplatz und einer Fachanwendung auf deinem ortsfesten Unternehmensdesktop abhängig, dann wird es natürlich sehr schwer. In dem Fall kannst du möglicherweise tatsächlich nur Dokumentation lesen und dich mit Bleistift und Papier auf den nächsten Arbeitstag vor Ort vorbereiten. Die meisten Firmen unterstützen meiner Erfahrung nach remote work so halb/halb. Sprich, du kannst eine Menge remote machen, aber hier und da gibt es ein paar Dinge, die nicht funktionieren. Falls du Unterstützung für dein Remote Setup haben willst, wird es meistens kompliziert. Hier empfehle ich dir zum Einen, möglichst realistisch zu bewerten, was remote ohne bessere Unterstützung möglich ist. Und zum Anderen, nach Kolleginnen oder Kollegen zu suchen, die schon remote arbeiten. Irgendwer hat schon einmal zu Hause gearbeitet oder ist regelmäßig on call für die Firma. Diese Menschen kennen die Kniffe, die du zum remote Arbeiten brauchst. Fast jedes VPN kann nerven. Habe sowas im Hinterkopf, wenn du remote an Terminen teilnehmen möchtest. Besser eine halbe Stunde eher schon online sein, als den Betrieb mit einem Bröckel-VPN aufhalten.

Hurra! Du bist remote! Hier ein paar Tipps!

Arbeiten ist immer auch eine soziale Interaktion. Damit du bei deiner Rückkehr ins Büro kein blaues Wunder erlebst, bist du meiner Erfahrung nach gut beraten, transparent gegenüber deinen Kolleginnen und Kollegen zu deinen Plänen und Fortschritten zu sein.

Transparenz

Sprich möglichst vorher an, was du vorhast. Sage klar, wann du für Arbeit verfügbar bist und wie du erreichbar ist. Beispiel: “Ich bin Dienstag im Homeoffice. Ich werde vormittags und abends arbeiten. Ihr erreicht mich per Chat und Telefon. Mein Ziel ist es folgendes zu erledigen.” Wenn du in deiner Arbeit von Anderen abhängig bist oder remote an Meetings teilnimmst, dann musst dies einplanen und vorbereiten.

Telefon

Viele übersehen das einfachste aller Remote Working Tools: das Telefon! Ehrlich! Wenn du merkst, dass irgendeine online Kommunikation komisch wird, oder das verdammte VPN dich wieder und wieder aus der Leitung kickt oder du zum Kaffee einfach mal eine Runde Flurfunk brauchst, dann benutze dein verdammtes Telefon. Richtige Füchs*innen haben sich vorher die Telefonnummern für einen solchen Fall besorgt. Ob jetzt am Telefon oder in irgendeinem Online-Tool: Wenn es um stressfreie Verständigung geht, dann geht es um Audioqualität. Hier ist ein Headset Pflicht! Niemand möchte dich tippen hören, wenn du mit dem Rechner in die Konferenz eingewählt bist. Niemand möchte das Gegröle deiner fröhlichen Kinder hören. Niemand! Wenn du regelmäßig per Telefon oder Audio-Konferenz unterwegs bist, kauf dir ein gutes Headset. Fokus dabei ist die Qualität des übertragenden Signals, also das Mikro muss gut sein! Kauf dir einfach das Jabra Evolve 75. Sehr teuer, aber richtig gut! Du kannst mir später Danke sagen.

Video

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Womit wir beim Thema Video wären. Video ist super, wenn die Qualität stimmt. Bevor du dir jetzt eine gute Webcam kaufst, hier erstmal ein paar Tipps, um mit deiner aktuellen Cam ein gutes Ergebnis zu haben. Ich habe noch nie den Bedarf nach einer besseren Cam gehabt, als der in meinem Rechner eingebauten. Ehrlich! Damit es mit Videokonferenzen klappt, hier die fünf Erfolgsfaktoren:

  • Stabile Kamera
  • Gutes Licht
  • Neutraler Hintergrund
  • Gutes Audio
  • Stabiles Internet

Häufig unterschätzt, aber: Laptop auf dem Schoß ist nicht! Eine stabile Kameraposition ist das A und O. Mach Deine Zuschauer nicht seekrank. Wenn Dein Laptop beim Tippen schwingt, dann tippe entweder nicht oder nimm eine externe Tastatur. Niemals mit dem Device rumlaufen während eines Videocalls. Wenn Du mit Deinem Telefon an einem Videocall teilnimmst, dann ab in die Halterung damit. Alternativ klau Dir einen Batzen Knete aus dem Kinderzimmer. Sorge jedenfalls für einen festen, stabilen Stand!

Eigentlich logisch, aber häufig völlig unterbelichtet, ist das Thema Licht. Sorge für Licht, für viel Licht. Wenn es ungemütlich hell ist, ist es meistens gerade hell genug für die Laptop-Kamera. Wenn du am Fenster bist - prima! Aber nicht mit dem Rücken zum Fenster in die Kamera schauen. Ideal sind helle Deckenfluter mit indirektem Licht. Wenn die Sonne am offenen Fenster zu viele Kontraste macht, dann Vorhang zu. Am besten probierst du das vorher mal aus.

Direkt im Anschluss kommt der Hintergrund. Am besten sitzt du vor einem einfarbigen Hintergrund. Also, nicht vor dem Bücherregal, nicht vor deiner Fotowand. Wenn hinter deinem Schreibtisch ein Bücherregal steht, dann hänge einfach ein Bettlaken oder eine Tischdecke davor. Du solltest vorher mal kurz checken, wie das auf der Kamera aussieht, aber alles ist besser als Chaos im Hintergrund.

Ist der Hintergrund eher Nebensache, ist eine gute Audioqualität eine echte Hauptsache! Auch hier empfehle ich dir ein Headset. Niemand möchte das ganze Rumgeraschel hören. Lerne vorher, wie man die Mutefunktion benutzt. Langsam und deutlich sprechen hat natürlich auch noch niemandem geschadet.

Wenn du so wie ich am Ende der DSL-Leitung wohnst und kaum 15 MBit durch die Leitung tröpfeln, dann ist stabiles Internet genau dein Punkt. Hier hilft nur vorher testen und gegebenenfalls das LTE-Handy als Hotspot nutzen. Bei den meisten Telefonnetzbetreibern kann man für ein paar Euro einen Tagespass buchen für (fast) unbegrenztes Datenvolumen. Für einen Tag voll Videocalls wirst du kaum eine Alternative haben. Also, Handy am Ladekabel auf die Fensterbank mit dem besten LTE-Empfang und ab geht die Post.

Remote als Coach oder Führungskraft?

Hier werden wir in den nächsten Tagen noch einmal drauf eingehen! Bis dahin kannst du die folgenden Links lesen:

Ich hoffe, dass ich dir mit meinen Tipps etwas weiterhelfen konnte. Gerne beraten wir dich, dein Team oder deine Firma, wie man sinnvoll mit remote Work umgeht.

 

Dieser Artikel steht auch in meinem Blog.

Daniel Clerc
Agile | Coaching | Communication

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