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Resiliente Unternehmen

Resilienz ist DAS aktuelle Modewort im privaten und Business-Coaching – alle wollen widerstandsfähiger werden, mit Stress besser umgehen und Krisen schneller und ohne langfristige Beeinträchtigung bewältigen.

Der Begriff Resilienz kommt aus dem Lateinischen – resiliare heißt abprallen oder zurückspringen – und wird in unterschiedlichen Disziplinen unterschiedlich mit Bedeutung gefüllt. Meine Lieblingserklärung kommt aus der Materialwissenschaft: „Resilienz ist die Fähigkeit eines Materials nach elastischer Verformung in den Ausgangszustand zurückzukehren.“ Anschaulichstes Beispiel dafür ist ein Schwamm, der ausgedrückt wird. In der Psychologie ist das Thema schon länger präsent. Aber Resilienz in Unternehmen? Kann man da tatsächlich etwas tun?

Ein Buch, das ich euch zu diesem Thema wärmstens empfehlen kann, ist: „Resilienz – Die unentdeckte Fähigkeit der wirklich Erfolgreichen“ von Denis Mourlane. Er ist der Meinung, dass jeder und damit eben auch ein Unternehmen an seinem Resilienzprofil arbeiten kann. Moulane unterscheidet dabei zwischen drei Ansatzpunkten:

  1. den Mitarbeitern als wichtigsten Faktoren eines Unternehmens und deren persönlicher Resilienzfaktor
  2. den einzelnen Teilbereichen (Teams, Projekte etc.) und
  3. dem Unternehmen als Ganzes

Gerade für ScrumMaster ist dieser Ansatz natürlich spannend, denn agile Methoden fördern im Besonderen die Resilienz. Die dort zu Einsatz kommenden Werte – Mut, Vertrauen, Transparenz und Offenheit – sind die Grundlage eines resilienten Unternehmens. Darüber hinaus braucht es schnelle Reaktionszeiten und flexible Denkweisen, um adäquat auf Veränderungen reagieren zu können.

Resilienzfaktor Mitarbeiter: 

Mitarbeiter auf allen Ebenen müssen die Organisationsstrategien kennen, verstehen und unterstützen. Oder würdet ihr für jemanden arbeiten wollen, der euch nichts erzählt, aber erwartet, dass ihr ihm blind vertraut? Sie sind die „Ressource der Zukunft“ – die Innovationskraft jedes Einzelnen muss gefördert werden. Je mehr Ideen eingebracht werden, desto größer ist die Chance, dass eine überragende dabei ist. Resiliente Mitarbeiter fühlen sich dem Unternehmen verbundener, sind seltener krank und motivieren sich gegenseitig, statt gemeinsam über die „Umstände“ zu  jammern.

Resilienzfaktor Teilbereiche: 

In den einzelnen Projekten ist es wichtig, schnelle Anpassungsfähigkeit zu schaffen (zum Beispiel bei Bedarf schnell neue Teams bilden zu können) und Vielfalt wertzuschätzen und zu fördern. Es muss Raum geschaffen werden für  Experimente, die dann wiederum die ganze Firma voran bringen können.

Resilienzfaktor Unternehmen:

Als Unternehmen heißt es „Wachbleiben“ für Veränderungen am Markt – Firmen sollten nicht davon ausgehen, dass ihr Produkt so einmalig ist, dass es außerhalb jeder Konkurrenz liegt. Ein enges, offenes Stakeholdermanagement ist selbstverständlich, frei nach dem Motto: „Der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“. Findet heraus, was der Kunde wirklich braucht, statt nur zu versuchen euer Superprodukt zu verkaufen. Und bindet die Stakeholder auch in Entscheidungsprozesse mit ein.

Resiliente Unternehmen arbeiten am Abbau von Komplexität und haben eine gesunde Fehlerkultur. Die Tragweite von Entscheidungen muss auf allen Ebenen überblickt werden können. Heutzutage erfordert es viel Mut Entscheidungen zu treffen. Man wird von der Flut von Informationen und Möglichkeiten so gelähmt, dass man zeitweise eher erstarrt, um ja keine falsche Entscheidung zu treffen. Aber auch aus Fehlentscheidungen lernt man. Viele Firmen lügen sich permanent in die eigene Tasche. Dabei ist es zum Beispiel unabdingbar eine „Krise“ auch als solche zu identifizieren und entsprechend zu handeln. Es ist immer besser sich von innen heraus weiterentwickeln, als durch äußere Umstände dazu gezwungen zu werden.


Generell ist es also so, dass sich Unternehmen mit einem hohen Resilienzfaktor viel schneller von Niederlagen und Rückschlägen erholen. Sie sind keine Opfer von Konkurrenz und Marktwandel. Veränderungen gehören eben dazu und werden nicht vermieden. Durch den offenen Umgang mit möglichen Schwierigkeiten  entwickeln solche Firmen exzellente Frühwarnsysteme und sind schneller reaktionsfähig als andere.

Doch Achtung! Resilienz ist kein stabiles Merkmal, kein bestimmter Punkt, den man erreichen kann, sondern eine Fähigkeit, die man permanent weiterentwickeln sollte, eben auch als Unternehmen.

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